Der erste urkundliche Nachweis wird als Geburtstag einer Siedlung angesehen. Vor der urkundlichen Erwähnung im Codex Falkensteinensis 1189 hielten sich um das heutige Rimstinger Gebiet bereits vor ca. 2.500 Jahren Menschen auf und siedelten hier. Funde aus der Münchshofener Kultur (2500 - 1800 v. Chr.) bis in die Römerzeit wurden gefunden. Auch im Dorf Rimsting selbst wurden 1933 zwei germanische Doppelgräber mit Menschenskeletten entdeckt, die auf eine Besiedelung am Anfang des 8. Jahrhunderts hindeuten, zu einer Zeit, da Rimsting nur im ältesten bekannten Dorfkern bestand. Rimsting, ein echter ing-Ort, ist nach seinem Gründer Rimisto benannt. Allgemein werden diese Orte als Siedlungen der Landnahmezeit oder des frühesten Mittelalters angesehen. Um 1220 wird lt. einer Urkunde des Klosters Frauenchiemsee der Beweis erbracht, dass zu dieser Zeit das Kloster in Rimsting nicht nur im Dorfkern alleiniger Grundherr war, sondern auch das Niedergericht innehatte. Ab 1225 erlangten die Herrschaftsinhaber von Aschau-Wildenwart die Grafschaftsrechte und erreichten durch Besitzveränderungen immer mehr Einfluß. 1537 war Rimsting mit 35 Gütern das größte Dorf der Herrschaft Wildenwart.
Durch die Ereignisse des Spanischen Erbfolgekrieges (1702 bis 1713) wurden viele Rimstinger Bauern gezwungen Fuhrdienste für die Österreicher zu leisten. Da sie oft Leerfahrten machten, nutzten sie diese Gelegenheit und trieben Handel auf eigene Rechnung. Manche kamen bis Wien und Preßburg, sogar über den Brenner, setzten sich sogar mancherorts fest. So sind durch Wiederbesiedelung die Ortsnamen Ottakring, Hitzing und Nußdorf aus dem Chiemgau in den Wiener Raum gelangt.
Mit dem Gewerbe der Samer (1 Samm - etwa 150 kg) wird Rimstingern als Transportunternehmern die Möglichkeit gegeben, beim Handel mit Wein und Salz ein Vermögen zu erwerben. Für das Lagern der Handelsgüter benötigte man Platz. Ideal für diesen Zweck war der sogenannte Itakerhof, ein Einfirsthaustyp mit hohen Dachgeschoßräumen als trockene Lagerfläche. Einige Beispiele dieser von italienischen Wanderarbeitern errichteten Bauernhäuser sind hier in Rimsting zu finden. Der Bau der Eisenbahn entzog dem Samergewerbe die Existenzgrundlage, da die Waren nun schneller und billiger mit der Bahn verfrachtet werden konnten.
1812 bestimmte König Max I. von Bayern, die Badenburg im Park des Nymphenburger Schlosses mit Gemälden von den schönsten Landschaften seines Königreiches zu schmücken. So diente Rimsting als Motiv für eines der schönsten Ölgemälde, das es von einer bayerischen Landschaft aus dieser Zeit gibt. Peter von Hess malte im Jahr 1812 von der Ludwigshöhe aus das jetzt im Schloß Nymphenburg befindliche Chiemseebild.
Erwähnenswert ist noch ein wahrer Schatz in Rimsting. Der Hochaltar und die Kanzel in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Beide standen früher in der Domstiftskirche auf Herrenchiemsee und kamen im Zuge der Säkularisation 1803 in den Handel, wo sie die Rimstinger für ihre Kirche erwarben.
Beim Bau von Schloß Herrenchiemsee durch König Ludwig II. von Bayern ließ dieser an der Stelle, wo sich jetzt der ehemalige Bahnhof von Rimsting befindet, einen Pavillon, einen "Königssalon" errichten. Der menschenscheue Monarch wollte unauffällig den Baufortschritt seines Schlosses auf Herrenchiemsee persönlich überprüfen. Mit dem Zug angekommen, wartete er bei einer Tasse Schokolade auf die Kutsche, die ihn bei Anbruch der Dunkelheit an eine einsame Stelle beim Urfahrner Chiemseeufer brachte. Von dort ließ er sich zur Herreninsel hinüberrudern. Nach seinem Tod wurde der Pavillon 1887 abgetragen und in einfacherer Form in Prien am Ch. wieder errichtet, wo er heute noch steht.
Auch eine der Wurzeln von Papst Benedikt XVI. finden sich in Rimsting, denn hier hat seine Mutter dreißig Jahre bei ihren Eltern in der Bäckerei Rieger gelebt, bis sie 1920 den Gendarmeriemeister Joseph Ratzinger geheiratet hat.
Der Chiemsee ist seit dem 19. Jahrhundert eine beliebte Urlaubsregion. Durch die direkte Anbindung der Gemeinde Rimsting mit einem eigenen Bahnhof ( bis Mai 1981 ) an der Strecke München-Salzburg entwickelte sich, auch durch die Nähe zu Prien mit der Chiemssee-Schiffahrt zu den Chiemseeinseln, ein gut besuchter Fremdenverkehrsort. 1970 erfolgte im Zuge der Gebietsreform der Zusammenschluß der Gemeinden Greimharting und Rimsting und im selben Jahr erhielt Rimsting das Prädikat "Luftkurort". Heute hat die Gemeinde Rimsting ca. 3.900 Einwohner. Das Gebiet reicht von der Schafwaschener Bucht am Chiemsee bis hinauf zur Ratzinger Höhe mit 694 m, beinhaltet 48 Ortsteile. Rund 650 Gästebetten, verteilen sich auf Erholungsheime, Hotels, Gasthöfe, Privatvermieter und Urlaub auf dem Bauernhof.